Reservetechnik

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Osterhasenbeutel

Osterhasenbeutel
Osterhasenbeutel

Jahresmotto

Jahresmotto
Rotholzeier

Ringmädchenkissen

Das Ringmädchen trug korrespondierend zu ihrem Kleid natürlich auch ein passendes Ringkissen. Die Farbvorgabe kam mir diesmal deutlich mehr entgegen als bei der sehr bunten letzten Variante. Da beide Namen die gleiche Buchstabenanzahl haben, konnte man die Aufteilung sehr symmetrisch vornehmen.


Vernäht wurde natürlich wieder der Sterntaler Stoff und  ein rotes Samtband von Bogner. Eine zusätzliche Stickdatei habe ich diesmal gar nicht verwendet, denn Schrift und Herzchen fanden sich beide bereits in meiner Maschine*.


Das schönste war übrigens die Freude des Brautpaares über ihr Kissen. Nähwünsche erfüllen zu können, ist einfach großartig.
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Innenausbau: Dielen

Während ich bei den Sanitärgegenständen recht emotionslos bin, bei den Fließen recht zuversichtlich, dass da etwas brauchbares ausgewählt wurde und bei der Treppe eingesehen habe, dass meine Sitzpodest-Umgestaltungsideen nicht sinnvoll sind, bleibt die Holzdielenentscheidung wohl die schwierigste. Obwohl wir mit den Kaditzianern ein Fachgeschäft in der Stadt haben, die auch dem Laien recht gut verständlich machen können, worauf man achten muss, wird die Auswahl nicht einfacher.


Da gibt es sehr harte Hölzer, wie Eiche oder Lärche, die aber kräftig nachdunkeln. Kiefer hat große Astlöcher und bekommt im "Alter" einen sehr orangfarbenen Ton. Bislang tendieren wir daher - auch aus preislichen Gründen - zu Fichte, die allerdings sehr weich ist. Im besten Falle würde der Baum auch noch aus einem regionalen Forst kommen und nicht in Sibirien die Permafrostbodenproblematik verschärfen.



Das Lackieren, um die Helligkeit zu erhalten, die ich gerne in den Räumen hätte, überzeugt mich bislang auch nicht wirklich, denn bei der Wachs-Öl-Variante hat man das Gefühl, dass man das Holz atmen lässt. Farbanstriche mit Pigmenten haben wir eigentlich schon ausgeschlossen.



Um es nicht zu einfach zu machen, haben wir auch noch zwei verschiedene Fußbodenaufbauten - eine gegossene Estrichdecke im Erdgeschoss und die Holzbalkendecke im 1. Stock und im Dach. Da gibt es nun wieder die unterschiedlichsten Verlegevariante und die Nachbarin sorgt sich bereits um den Kleber, der wohl verwendet werden muss. Außerdem wäre es wohl sinnvoll, wenn das Holz der Treppe mit den Dielen übereinstimmt - dort wäre aber wiederum ein relativ trittsicheres Hartholz empfehlenswert, was dann wiederum kein Fichtenholz wäre ....
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Rezension: Vegan, regional, saisonal: Einfache Rezepte für jeden Tag

Das Bloggerleben der Buchautorin von "Vegan, regional, saisonal: Einfache Rezepte für jeden Tag"* verfolge ich auf Experiment Selbstversorgung fast von Anfang an mit. Ihr Blog- und unser Tochterkind sind übrigens fast gleich alt. Selbst als ich nach meiner ersten Elternzeit die Blogvielfalt auf zehn DIY- und zehn Grüne-Faden-Blogs schrumpfen musste, gehörten sie zu denen, auf die ich nicht verzichten konnte. So habe ich auch verfolgt, wie sie 2011/12 nach Tschechien aufgebrochen und dort wieder abgereist sind. Die Freude, dass von Lisa Pfleger nun ein Buch bei Ulmer erschienen ist und ich es auch noch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekomme, ist daher groß. Zum vorgestrigen Salat-in-der-Flasche-Thema passt diese Rezension zufällig auch noch perfekt.



Das 192seitige Hardcover-Buch hat bereits jetzt einen Sonderplatz in der Küche, denn es schafft etwas, was bislang noch kein anderes Kochbuch bei mir geschafft hat - ich will die Rezepte wirklich ausprobieren und nicht nur durchlesen.

Normalerweise kocht bei uns eher der Mann und die Kochschule seiner Oma, hat ihn zu einem wahren Könner in der Küche gemacht. Kochbücher gibt es daher bei uns genug, aber die wenigsten Rezepte darin habe ich wirklich nachgekocht. Am meisten schrecken mich dabei immer die überlangen oder besonders ausgefallenen Zutaten ab, die nie vollständig in unserer Küche vorrätig sind. Im "Vegan, regional, saisonal: Einfache Rezepte für jeden Tag"*-Buch ist das anders, denn da tauchen exotische oder seltene Zutaten gar nicht erst auf und man könnte bei vielen Rezepten sofort loskochen.

Abbildung vom Ulmer-Verlag
Das Buch ist nach den vier Jahreszeiten strukturiert und definiert sich nach dem Anspruch - wie der Name schon sagt - nur regionale und vor allem saisonale Produkte zu verarbeiten. Da die Autorin seit Jahren vegan lebt, funktionieren die Gerichte auch ohne Milch-, Käse- und Eiprodukte. Nach einer kleinen Einfühung, wo man seine Nahrungsmittel am besten erwerben könnte und den verwendeten Küchenwerkzeugen, folgen einige Grundrezepte, zu denen unter anderem Teige, Dressings und Soßen gehören.

Abbildung vom Ulmer-Verlag
Auf diese Grundrepte wird in den vier Jahreszeitenkapiteln immer wieder eingegangen. Dabei strukturieren sich die Rezepte jeweils in "Suppe & Salat", "Hauptgerichte" und "Brotzeit & Snacks". Je nach Jahreszeit gibt es dann noch Extrakapitel zum Oster- und Weihnachtsmenü und zur Grillparty. Bei jedem Rezept wird angegeben, für wie viele Personen die Menge ausreicht und wie es kurz zu beschreiben ist - z.B. "ungewöhnlich und lecker" oder "Vitaminbombe" oder auch motivierend "gar nicht so schwierig". Neben den aufgelisten Zutaten, wird die Zubereitung in Textform beschrieben. Dazu gibt es jede Menge Tipps und teilweise kleine Anekdoten der Autorin. Ein bisschen zu oft ist dabei das Smiley in die Texte gewandert. :-)


Im Service-Teil werden Adressen von Bezugsquellen in Deutschland und Österreich genannt und weiterführende Infos zu soldiarischer Landwirtschaft und Food Coops gegeben. Außerdem empfiehlt Lisa Pfleger vier Bücher zum weiterlesen, deren Auswahl die jeweils gut begründet: Essbare Wildpflanzen*, Pilze anbauen*, Alles für die Vorratskammer* und Alles aus Wildpflanzen*.

Das Vorsatz zeigt vorn einen Saisonkalender zum Gemüse und hinten zum Obst, jeweils unterteilt nach "erntereif aus der Region"  und "aus den Lagern der Region". Der einzige Kritikpunkt meinerseits ist dabei, dass man dort über Früchte, wie die Schlehe stolpert und bei der neugierigen Suche im Rezepteregister auf den beiden letzten Seiten dann enttäuscht wird, denn nicht zu allen genannten Früchten gibt es auch einen Rezeptvorschlag. Das auf mattem Papier gedruckte, grafisch wunderbar gestaltete und sogar mit einem Lesebändchen versehene besondere Kochbuch* bleibt trotzdem auf jeden Fall eine Kaufempfehlung, für die 19,90€ sehr angemessen sind.
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Ringmädchenkleid: Elodie Langarmversion & Stickfaden in der Overlock

Nach fast einem Jahr durfte das Tochterkind wieder eine kleine Hauptperson bei einer Hochzeit sein, denn ihr Patenonkel ist vor den Traualtar getreten. Ja-gesagt und gefeiert wurde im Schloß Zschkopau. Schon im Oktober war klar, das der Sterntaler Herzchen-Feincord der perfekte Stoff für ihr Kleid sein würde. Es sollte auch wieder Elodie von Farbenmix werden, denn die kleine Dame legt größten Wert darauf, dass so ein Kleid auch ordentlich fliegt.



Auch wenn das Kleidchen schrecklich schief auf dem Bügel hängt - die Erklärung dazu folgt -  war ich von meinem Stickfaden-Rollsaum ziemlich begeistert. Die Overlock verarbeitet doch tatsächlich den feinen Brildor-Faden* völlig problemlos, auch wenn der Garnverbrauch dabei unglaublich hoch ist.

 
Natürlich wurde das Kleidchen erst wieder kurz vor der Hochzeit fertig. Während ich den Gummizug einzog, den ich leider wieder zu wenig gerafft habe, verkündete der Wetterbericht, dass die Temperaturen am Hochzeitstag im einstelligen Bereich bleiben würden und Regen angesagt sei. Die Trauung sollte aber draußen stattfinden. Nachdem ich erst meinte , dass so ein Ringmädchen da eben mal tapfer sein müsste und man so schnell nicht erfriert, überkamen mich dann aber doch Zweifel. Am Chaosnähtag, von dem noch zu berichten sein wird, entstanden daher noch schnell zwei Ärmel. Zum Glück lag der passende Herbstkombi-Ärmelschnitt von lillesol&pelle* noch griffbereit da.


Die Ärmel wurden auf der Autofahrt mit Handstichen angenäht. Das obrige Kleidbild enstand, als die Ärmel noch nicht befestigt waren und das Kleid ließ sich so natürlich auch nicht gerne fotobereit arrangieren. Da hilft auch keine Bildbearbeitung mehr ....


Falls das kleine Mädchen auch nächstes Jahr wieder als Ring- oder Blumenmädchen angefragt wird, sollte ich selbst nicht nur daran denken, eher mit dem nähen anzufangen, sondern auch den Gummizug enger zu stellen und vor allem einen nahtverdeckten Reißverschluss zu wählen. Diesmal habe ich zwar nicht wieder die komplett Reißverschlussfreie Variante genäht, aber so wie ich mir das wünsche, war das Ergebnis auch nicht.

Ohne weiße Strumpfhosen wird die Elodie-Variante auch weiterhin getragen und wandert daher zu my kid wears, Meitlisache und Kiddikram
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My Monday Mhhhhhh: BottleCrop - der Salat aus der Flasche

Im November letzten Jahres habe ich den Spendenzehnt meiner Blogeinnahmen dem Projekt Bottlecrop zur Verfügung gestellt, die via crowdfunding einen Minigarten für die Fensterbank entwickeln wollten. Im Februar brachte mir dann einer der beiden Bottlecrop-Macher mein Set persönlich zu Hause vorbei und ich hätte am liebsten sofort losglegt. In der Bedienungsanleitung stand aber, dass man auf die lichtreichen Monate im Jahr warten muss, weil der Salat sonst nicht wächst. Unsere Geduld wurde belohnt, denn wir haben nach der April-Mai-Wachstumszeit tatsächlich einen Vorzeigesalatkopf ernten können. 


In der Box wird neben der Anzuchtflache im Karton und einem Pflanztrichter, Anzuchtsubstrat, Nähstoff-Mischung und die Samen für drei Eichkopfsalate mitgeliefert. Entsprechend der Kulturanleitung wird alles zusammengebastelt bzw. aufgefüllt - wobei sich das Wasser interessant blau färbt - und schließlich der Salatsamen in den Trichter gelegt.




Nach sieben Wochen, in denen man nichts weiter zu tun hat, als das Pflanzenwachstum zu beobachten, bekommt man im Flascheninneren ein beeindruckendes Wurzelgeflecht und oben einen erntereifen Salatkopf. Nachträglich verfolgen kann man das auf Instagram unter dem Hashtag #bottlecrop. Ist so etwas nun wirklich sinnvoll?

Mein erster Gedanke war, dass man dem Tochterkind mit diesem völlig gießfreien Gewächs, das alles alleine macht, noch nichtmal beibringen kann, dass man sich um Pflanzen kümmern muss. Außerdem wächst der Salat nur in einer Jahreszeit, wo man das Grünzeug auch auf den Balkon pflanzen könnte, wenn man schon keinen eigenen Garten hat. Wenn man sich aber mit dem System etwas näher beschäftigt, gibt es ganz überraschende Vorteile.



Die beiden Gartenbaustudenten haben das kleinste hydroponische Urban-Farming-System der Welt entwickelt, das tatsächlich nachhaltig ist. Das abgeschlossene System braucht 97% weniger Wasser gegenüber dem Feldanbau, die Nähstoffe werden nicht ausgewaschen, es gibt keine unnötigen Transportwege und irgendwelche Pestizide kommen natürlich auch nicht zum Einsatz. Noch nichtmal eine Schnecke findet den Weg auf unser Fensterbrett. Plastefrei ist das System zwar leider nicht, denn ich selbst hätte mir auch gerne eine Glasflasche als Wasserbehälter gewünscht, aber wenigstens kann man es immer wieder verwenden.


Aus unserem ersten nachhaltigen Vorzeige-Salatkopf ist ein Tomaten-Eichblatt-Ziegenkäse-Salat geworden, der an einem ganz besonderen Abend serviert wurde. Den Mann an meiner Seite gibt es nun schon seit acht Jahren und es fühlt sich immer noch ein bisschen so an, als hätte er mich erst gestern mit seinem selbstgebackenen Kirschkuchen überzeugt.

Verlinkt bei My Monday Mhhhhh von Glücksmomente.
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Holländischer Stoffmarkt in Dresden Sommer 2014

Genau sieben Monate vor Weihnachten konnte ich mich dank der Blogeinnahmen selbst beschenken und auf dem Holländischen Stoffmarkt in meiner Stadt hemmungslos Stoff kaufen. Mein Ziel war dabei dieses Jahr vor allem Overlockgarn fürs Maschinchen*. Aus Platzgründen habe ich erstmal nur jeweils zwei Konen gekauft und plane diese umzuspulen, denn davon habe ich irgendwo mal gelesen. Fragt sich nun nur noch worauf. Gibt es irgendwo leere Konen?



Leider nur recht kurz konnten der Sohnemann und ich dann noch zum Nähbloggertreff gehen und dort mit Malou, Frauenoberbekleidung, Anneblog, Ranunkelchen, Saxony Girl, Himmelblau und Sommerbunt, Kuddelmuddel, Aennielu, In Leipzig wird genäht, Schönes nähen, Lifinchen, LiebEling und Simones Kreativtreff schwatzen. Dazu gab es sogar einen leckeren Gruß aus der Küche - zumindest für diejenigen, die ganz pünktlich da waren.


Mit meiner Stoffmarktausbeute, für die ich immerhin 112 Euronen ausgegeben habe, bin ich auch recht zufrieden. Jede Menge Geringeltes, ganz viele bunte Overlockgarnkonen und unter anderem einen Punktejersey, mit dem ich endlich das gewonnene Etta-Rock-Schnittmuster* ausprobieren will. Langsam ändert sich mein Kaufverhalten, denn ich kaufe neuerdings mehr von einem Stöffchen, statt ganz viele kleine, bei denen ich mich dann ärgere, wenn die Menge doch nicht ausreicht ...


Ein Stöffchen fehlt allerdings auf dem Übersichtsbild, denn das Tochterkind hatte ihren Kleidchenstoff bereits ins Kinderzimmer entführt. Mein Creadienstagstisch ist jedenfalls wieder gut gefüllt.
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Kirschkernkissen

Eine Besonderheit an unserer Vierseithofgemeinschaft ist die Zusammensetzung als Mehrgenerationenwohnprojekt. Eine große Portion Lebenserfahrung mit nutzen zu können, hat sich in den letzten Monaten als sehr wichtig herausgestellt und ich bin mir nicht sicher, ob wir tatsächlich zusammen bauen würden, wenn nur die manchmal recht impulsive, jugendliche Generation am Planungstisch sitzen würde.

Wirklich "alt" ist aber auch noch niemand, wobei ich mir selbst wünsche, dass ich in den Jahrzehnten, die mich von einigen Nachbarn trennen, ebenfalls noch so schwungvoll durch das Leben gehen kann. Damit das so bleibt und falls es nach den Eigenleistungsstunden doch mal im Rücken zwackt, habe ich der zukünftigen Hausmitbewohnerin ein Kirschkernkissen genäht.


Vernäht wurde Baumwoll-Nickeysamt vom Stoffmarkt und Stöffchen der Kollegin, das bereits die perfekte Kirschkernkissenbreite hatte. Der Überzug ist als normale Kissenhülle mit Hotelverschluss genäht. Das eigene Nählabel* fand natürlich auch seinen Platz.

Während ich die fleissige Ameise aus der Stickdatei Insektilien noch problemlos mit dem Maschinchen* sticken konnte, habe ich mich beim anschließenden und nahezu allersten Overlocknähen ziemlich blöd angestellt. Am meisten in die Tischkante gebissen habe ich, als ich sogar vergaß, den Nähfuß abzusenken - das ist mir an der Nähmaschine schon seit Jahren nicht mehr passiert.


Irgendwann war so viel vom bereits bestickten Stoff abgeschnitten, dass ich nochmal von vorn anfangen musste und die Stickmaschine eine weitere Ameise zaubern musste. Das erste fertige Overlock-Nähprodukt und die Freude der Beschenkten waren es aber wert.
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Rezension: Das Rucksackbuch für den Wald und Häkeln lernen mit EliZZZa

Der österreichische Verlag Perlen-Reihe hat mir gleich zwei Ratgeber im Kleinformat zur Verfügung gestellt, die perfekt zu meinen Blogthemen in dieser Woche passen: "Das Rucksackbuch für den Wald"* und "Häkeln lernen mit EliZZZa"*, die beide für jeweils knapp 13 Euro erhältlich sind.

Die Verlagsgeschichte liest sich recht spannend, denn der Ratgeber-Verlag im Taschenformat ist im Nachbarland wohl sehr bekannt (ich bin schon auf die Kommentare meiner österreichischen Blogleser gespannt) und erreichte in der Mitte des letzten Jahrhunderts eine Auflagen in dreifacher Millionenhöhe. 2009 wurde der Verlag, der sich in Wien übrigens ganz in der Nähe meiner ehemaligen Studenten-WG befindet, mit dem Ziel aufgekauft, an diese Erfolge wieder anzuschließen. Spannenderweise steht dabei auch die Nachhaltigkeit der Produktionsweise im Vordergrund. So werden die kleinen Bücher klimaneutral mit Pflanzenölfarben ohne Mineralöle gedruckt.


Abbildung vom Verlag Perlen-Reihe

Der Ratgeber "Das Rucksackbuch für den Wald"* wurden von den beiden Autoren Daniel Boswirth und Alice Thinschmidt geschrieben, die beide Gartenbau in Wien studiert haben und gemeinsam das Bildarchiv Gartenfoto betreiben. Die zahlreichen Illustrationen im 128seitigen Paperback-Büchlein stammen von Jürgen Schremser. Das Büchlein orientiert sich an den vier Jahreszeiten und bietet 36 Anregungen für Bastelein und vor allem Experimente. Das diese teilweise schon wissenschaftlich genau erklärt werden und vor allem - für mich - teilweise neu sind, hat mir an diesem Büchlein besonders gefallen. Auch wir versuchen unseren Kindern möglichst genaue Antworten zu geben und keine stark vereinfachten das-erklär-ich-dir-später-Varianten zu präsentieren.

Zunächst beginnt das Büchlein aber mit einer Übersicht zur Wald-Hausordnung, die mit dem Hinweis endet: "Vergessen Sie die Trinkflasche und ein paar Brote nicht, der Ausflug in den Wald könnte länger dauern als Sie geplan haben. Es wie bei einem spannenden Spiel: Man vergisst die Zeit und ... gibt's was zu essen?" Danach folgen wirklich viele Anregungen, die man mit seinen Kindern ausprobieren kann. So wird bespielsweise im Frühlingsabschnitt erklärt, warum das Schneeglöckchen weiß ist, obwohl die Blütenblätter farblos sind; im Sommer wird aus Farnsporen Blitzpulver hergestellt; im Herbst entsteht Tinte aus Holunderbeeren und im Winter werden Mäusereste in Gewöllen gesucht. Dazu gibt es jeweils jahreszeitlich passende Spielvorschläge. Eine Kurzagenda sortiert die Kategorien Draußen, Drinnen, Vorbereitung, Sammeln, Basteln, Kochen, Experimentieren, Spielen, Wissen/Entdecken und Service.

Weiterführend werden die Publikationen Kreativ-Werkstatt Natur*, Tierspuren*, Welche Tierspur ist das?* und Köstliches von Waldbäumen* empfohlen.


Abbildung vom Verlag Perlen-Reihe

Den zweiten Ratgeber "Häkeln lernen mit EliZZZa"* hat Elisabeth Wetsch geschrieben, die mit ihrer Seite Nadelspiel wohl schon einigen bekannt sein dürfte. Ich selber kenne aber vor allem ihre Youtube-Clips, von denen es inzwischen über 600 gibt. Das Büchlein - natürlich ebenfalls wieder im Taschenformat und damit perfekt, um es in den nächsten Park mitzunehmen - verbindet auf 135 Seiten Maschenarten und Grundtechniken, die sofort in geeignete Anwendungsbeispielen umgesetzt werden können.

Nach einer kurzen Einführung zu Material und Werkzeug folgen zunächst die verschiedenen Maschen. Die nächsten sechs Kapitel beinhalten bereits konkrete Projekte wie Schirmmützen oder auch eine Kinderjacke. Es folgt ein Kapitel zu gehäkelten Blumen und Applikationen und das Amigurumi-Thema. Das Büchlein endet mit den Granny Squares, deren Projekt Umhängetasche auf der Umschlagseite zu sehen ist. Ein Index auf den letzten beiden Seiten erleichtet die Suche nach bestimmten Maschenvarianten.

Die Anzahl der Screenshots aus den wirklichen guten Anleitungsvideos ist mit 4o ziemlich dürftig.  So bleiben für die festen Maschen nur zwei Abbildungen, die dazu noch ohne Bewegungspfeile oder andere Hilfen auskommen. Der Text ist zwar sehr ausführlich, aber zumindest ich als Häkelanfängerin brauche wohl ein bisschen mehr Unterstützung. Verlag und Autorin haben dieses Problem wohl durchaus erkannt und stellen daher auf der Verlagsseite die wichtigsten Lernvideos als Bonus-Material zur Verfügung. Ich hätte mir statt einem einfachen Logo an dieser Stelle sehr gut QR-Codes vorstellen können, die das entsprechende Video sofort auf dem Tablet* oder dem Smartphone abspielt.

Von der gleichen Autorin ist übrigens in der Perlen-Reihe auch noch "Stricken lernen mit EliZZZa"* erschienen, aber das kann ich schon halbwegs, auch wenn ich ohnehin lieber bei der Näherei bleibe.

Verlinkt beim offenen Bücherregal von Goldkind.  
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12tel Blick Mai 2014 Vierseithof

Im Mai 2014 war es nun endlich so weit und die Grundbuchteilung erfolgte. Damit sind wir nun wirklich richtige Eigentümer *jipdijeh* und ein weiterer Meilenstein liegt hinter uns. Parallel dazu erfolgte die Ausschreibung und Angebotsphase von Los 0. Dahinter verstecken sich die Abrucharbeiten und die Erdarbeiten. Auch die Baustelle wird dabei eingerichtet. Damit fehlen nur noch 15 Lose und schon können wir einziehen. :-) Der monatliche 12tel Blick zeigt, dass wir bis die richtigen Baufirmen im Hof tätig werden, fleissig weiter Eigenleistungen erbringen.

Mai 2014
Im Vergleich zum Vorjahr - als der Hausmeister noch Rasen mähte - sieht man deutliche Spuren des Rückbaus. Anbau (das kleine Haus am Herrenhaus in der Bildmitte) und Scheune werden bald abgerissen. Vorher wurde für die Denkmalpflege aber noch eine ausführliche Dokumentation mit Architektenzeichnungen und vielen Fotos erstellt, was meine Aufgabe war.

Mai 2013
Die Männer haben dafür den Kampf mit den Estrichböden gewonnen. Meine Versuche sind schon im ausgeschalteten Zustand am Gewicht des Bohrhammers* gescheitert. In einigen Räumen lagen großartigerweise gleich mehrere Estrichschichten übereinander.




In unseren eigenen Räumen hat sich im Vergleich durch die gemeinschaftliche Arbeit auch schon recht viel getan. Dort liegen mittlerweile nicht nur die Balkenköpfe frei sondern auch die Bodenschichten. Irgendwann werden sich dort unser Schlafzimmer, das Bad und die zwei Kinderzimmer befinden.




Der spannenste Anblick ist aber mein Kreativatelier unterm Dach, das wohl erst einige Jahre nach dem Einzug zum Leben erweckt werden kann, wenn die Euronen zum Dachausbau ausreichen.


Für den  SINNblick 2014  von blick7 war ich bei den Aufnahmen auch wieder besonders aufmerksam:

Gesehen:
Eine Dachppappe auf dem Herrenhaus-Dach, bei der ich mich frage, wie sie eigentlich dort hingekommen ist.

Gehört:
Das Gespräch des Bauleiters mit den Männern einer Abbruchfirma, die sich an der Ausschreibung für Los 0 beteiligen wollen.

Gerochen:
Frühlingsluft

Gedacht:
Bald wird der Hof zu einer richtigen Baustelle und der Vierseithoftraum damit wirklich wahr.

Nun wirklich Eigentümer der maroden Mauern zu sein, das mag ich natürlich auch am heutigen Mittwoch und verlinke es daher noch beim Frollein Pfau.
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MyBoshi

Auf meinem Creadienstagstisch liegt seit Ende April erstmals Häkelwolle, denn während des österlichen Österreichurlaubs gab es im Dorfladen überraschenderweise myboshi* Wolle in ganz wunderbaren Farben und dazu auch noch den passenden Häkelguide*. Auf der 600km-Fahrt habe ich auch tatsächlich schon das erste Mützengebilde erhäkelt (und den Rücken ordentlich verkrampft), das aber irgendwie deutlich größer wird, als geplant. Bald steht die nächste Ganztagesfahrt an und da wird das Werk vielleicht fertiggestellt.


Ehrlich gesagt, lockt mich die Häkelei gar nicht so richtig - auch wenn es für mich als ganz seltene Winterstrickerin gar nicht so schwer zu sein scheint. Dafür fasziniert mich aber seit dem Etsy-Workshop im letzten Jahr die Perlknopfhäkelei*, die ich in einem Buch entdeckt habe, das dort verteilt wurde.  Das würde ich wirklich gerne können. aber als ersten Schritt zu diesen Schmuckstücken muss man wohl erstmal die Grundlagen der Häkelei beherrschen.
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Schlauchtuch für den Familienwandertag

Damit das Tochterkind nach über einem Jahr im Kindergarten endlich mal ein bisschen besser Anschluss findet, habe ich mir beide Geschwisterkinder geschnappt und bin trotz Abwesenheit des Mannes, der vier Tage Probenwochenende nur mit seiner Flöte verbringen durfte, zum Familienwandertag aufgebrochen. Ohne die Wanderkraxe* wäre das wohl gar nicht so einfach zu realisieren gewesen.  Als Vorbereitung für den Mama-Tochter-Ausflug in den Rabenauer Grund gab es noch schnell zwei passende Schlauchtücher.



Dank Overlock*  zeigt man ja nun auch innen sehr gern die Nähte und die beiden Stoffstreifen mit jeweils nur einer Naht zu verbinden, ist eine 5-Minuten-Sache. Zuschnitt und Halsabmessung dauern da noch am längsten. Vernäht habe ich den kuschelweichen rot-orangen Jersey vom Stoffmarkt in Leipzig, von dem ich viel zu wenig mitgenommen habe. Ob das Hilco-Campan* ist? Aber dort sind die orange-roten Streifen eigentlich gleichmäßig verteilt. Zur Freude der Tochter gab es für jeden noch das passende Namensbänder-Label*.


Der Familienwandertag des Kindergartens war sehr liebevoll mit Piratenschatzkarte, Blätterraten, Floß bauen - das allerdings diesmal nicht so fotogen wie die Blätterboote geworden ist - , Gummistiefelweitwurf und schließlich einer richtigen Piratenschatzkiste vorbereitet.




Die Kindergartengruppe stürmte von einem Sägespanhinweis zum nächsten und wir verbrachten so einen wunderbaren Vormittag im Wald, der mit einem Mittagspicknick endete. Das Tochterkind meint übrigens durchaus, dass es im Kindergarten schön ist, zählt aber immer die Zeit bis zum Wochenende und - was bei der weltbesten Tagesmutter nie vorkam - freut sich auf jeden Tag, den die zu Hause bleiben kann. Namen von Spielkameraden werden in letzter Zeit zwar immer mal wieder genannt, aber sie möchte weiterhin keine Freundin haben. Glücklicherweise haben wir weiterhin Kontakt zur ehemaligen Krabbelgruppe und die gleichaltrigen Mädchen haben regelmäßig viel Spaß miteinander.


  
Seltsamerweise haben auch wir Eltern kaum eine Gesprächsebene, obwohl wir ja sonst sehr schnell neue  Kontakte knüpfen. Wie ich bei der Wanderung kurz heraushören kann, liegt es dabei wohl noch nichtmal am akademischen Hintergrund, bei dem es mich besonders traurig macht, wenn man damit wirklich abschrecken sollte. Ein bisschen vermute ich ja, dass unsere Tagesmuttervariante und der Quereinstieg erst mit drei Jahren die gewachsenen Krippenstrukturen eben einfach nicht aufbrechen kann. Andererseits würden wir neben dem Vierseithofprojekt mit seinen 28 neuen erwachsenen Baldnachbarn und den momentan 25 Kindern weitere Beziehungen wahrscheinlich ohnehin nicht pflegen können.

Zurück zum Nähthema - mit dem Tochterkind wurde nach dem kurzen Wanderausflug noch experimentiert, wie das Schlauchtuch in verschiedenen Varianten zur Mütze umfunktiert werden kann und ist seitdem ein ständiger Frischluft-Begleiter.



Verlinkt bei my kid wears, der Meitlisache und Kiddikram.
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Shirtwoche: Schlafsackbody & Topfzeit

Eigentlich dachte ich ja, dass ich zur Shirtwoche von Frau Rohmilch bereits ganz viele Overlock-Ergebnisse präsentieren könnte. Die mit dem Sohnemann sonst regelmäßig spazieren gehenden Großeltern verabschiedeten sich aber in den mehrwöchigen Urlaub und die Geschenkeproduktion ließ noch keinen Freiraum für die Shirt-Näherei. Glücklicherweise hab ich da aber noch was ...

Aus dem wunderbaren "Flying Dogs" Jersey, den Stoffgezwitscher* nach dem Design von Sari Ahokainen* hat herstellen lassen hat und mir zur Verfügung stellt (Danke!), ist noch in der Voroverlockzeit ein Schlafsackbody entstanden. Das Schnittmuster dazu kommt aus dem Mama-Nähbuch*, das übrigens die deutsche Ausgabe von "Growing up sew liberated"* ist. Da das feine Stöffchen GOTS-zertifiziert ist, habe ich mich besonders gefreut, daraus etwas zu nähen, was der Sohn bedenkenlos direkt auf der Haut tragen kann.


Das Vorderteil des Schlafshirts ist natürlich *hüstel* nicht verkehrtherum zugeschnitten,sondern berücksichtigt die weiterhin sehr besondere Schlafsituation des Sohnemanns. Auch mit zehn Monaten ist an seinen - durchaus gewünschten - Auszug vom Hochbett weiterhin nicht zu denken. Er schläft ganz wunderbar und völlig ohne nächtliche Schreiattacken dicht an seine Mama gekuschelt, verweigert sich aber strikt dem eigenen Bett. Immerhin akzeptiert er inzwischen wenigtens meinen Rücken.

Mit der Nachtphase haben wir - wie hier schon erläutert - kein Problem, auch wenn der Ehemann sich schon langsam mal wieder die Alleinherrschaft im Bett wünschen würde, aber die Abendgestaltung und die Mittagsschlafenszeit ist doch sehr eingeschränkt. Selbst das Einschlaf-gestillte Kind erwacht laut protestierend und mit ohrenbetäubenden Kreischanfällen sobald es den Hautkontakt verliert. Wahrscheinlich fragen sich die Nachbarn langsam schon, was wir am Abend mit unserem Sohnemann so anstellen. Wie soll man denn da (konzentriert) nähen? Die Ballons fliegen jedenfalls auf der Vorderseite nun in meine nächtliche Stillblickrichtung ...


Der Schnitt ist recht witzig, denn er endet an den Füßen nur in einem einfachen Tunnelzug. Damit könnte man - so man das möchte - recht einfach nachts wickeln. In der Schlafposition bleiben die kleinen Füßchen tatsächlich drin und damit auch warm. Nur bei den Kletteraktionen rutschen die Füßchen raus, was aber sicherlich auch so gewollt ist.


Der größte Vorteil des Schlafsackbodys zeigt sich aber auf dem Töpfchen, denn dank dem Gummizug rutscht da nichts mehr rein und kann bepullert werden. Gleich in zwei verschiedenen Blogs habe ich in den letzten Tagen gelesen, das sich wohl gerade bei diesem Thema die Ost-West-Sozialisierung sehr stark zeigt. Wir - wie eigentlich unser gesamter Freundeskreis - verfrachten die Kinderlein auf den Topf, wenn sie sich selbst hinsetzen können. Hingesetzt werden und dabei nicht umfallen, zählt dabei natürlich noch nicht.

Wie ich herauslesen konnte, wird gemutmaßt, dass dabei unnötigerweise ein strenges Töpfchentraining stattfinden würde und wir erwarten, dass da wirklich etwas im Topf landet. Darüber kann ich mich nur wundern. Der Sohnemann sitzt - nachdem die Verunsicherung bei den ersten zwei (!) Topfgängen so groß war, dass das Tochterkind beruhigend die Händchen halten musste - fröhlich aussehend auf seinem Thron und ich kann in der Zwischenzeit in Ruhe die nächste Stoffwindel vorbereiten. Da gibt es keinen Zwang und auch kein Pflichtergebnis. Hineingepullert hat er übrigens die letzten Tage fast jedes Mal. Das freut mich tatsächlich!

Beim Tochterkind landete so recht zuverlässig das große Geschäft im zweiten Lebensjahr im Topf und nicht mehr in der Windel. Trocken war sie trotzdem erst mit 2,5 Jahren und damit die letzte aus ihrer Krabbelgruppe. Bei den Kurztopfbesuchen gibt es bei uns für beide Kinder immer das Klobuch. Passend zum gestrigen Blogeintrag ist das übrigens ein russisches Bilderwörterbuch, dass ich mir auf einer Russlandreise von den letzten Rubeln gekauft habe.


Verlinkt bei der Shirtwoche, Made4Boys und Kiddykram.
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