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Transparenzbericht 05/2013 & Blogspot Anpassungen

Bevor der Juni schon wieder vorbei ist, wird es Zeit für den Mai-Transparenzbericht, der für euch wahrscheinlich kaum spannend sein dürfte, aber mir sicher bei der nächsten Steuererklärung helfen wird. Die Aprilflaute scheint tatsächlich überwunden zu sein, denn im letzten Monat sind über die Bücherriesen wieder erstaunliche 22,94 € auf dem Konto angekommen. Auch flattr hat sich eigentlich mit 0,91 € immerhin verdoppelt, bleibt dabei aber weiterhin lediglich bei der Hälfte meines eigenen, kleinen Flattr-Betrags. Dennoch schaffe ich es mit meiner Regelung, nach der momentan 1/3 der Blogeinnahmen für gute Projekte gespendet werden, nach der Glasflaschenausgabe endlich wieder in die schwarzen Zahlen zu rutschen und bald das nächste Projekt unterstützen zu können.


Das alles wäre ohne meine Blogleser natürlich nicht möglich und wie in jedem zweiten Blog zu lesen, kommt auch hier die Ankündigung, dass amberlight-label schon vor dem Google-Reader-Ende bei diversen Alternativen gelistet wurde: bei bloglovin ist der Blog ebenso zu finden, wie via feedly oder selbst komplett ungenutzt bei Blog-Connect.

Die Leserzahlensammelei via GFC wird es wohl auch noch nach dem 1. Juli geben, aber früher oder später schubst der Konzern einen wohl endgültig zu Google+. Mein erster Versuch vor einiger Zeit, das Kommentarsystem bereits jetzt auf das G+-Konto umzustellen, konnte mich nicht überzeugen, aber dank einem Hinweis von Tamilu habe ich nun eine Anleitung von 5202 umgesetzt, wie man beide Kommentarsysteme parallel betreiben kann. Ohne eure Reaktionen, macht's ja doch nur halb so viel Spaß. Es funktioniert, aber leider kann man nun nicht mehr in geschachtelter Form direkt antworten und vor allem die Kommentare nicht mehr redigieren. Mal schauen, wie das in der Praxis überzeugen wird ...

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Rezension: Tolle Taschen selbst genäht

Schon das zweite Buch, das ich via Blogg dein Buch rezensieren darf, ist ein DIY-Lesestoff und dazu gleichzeitig ein richtiges Nähbuch. So hatte ich mir das vorgestellt! Das Rezensionsexemplar Tolle Taschen selbst genäht von Miriam Dornemann stellt der Topp-Kreativ-Serie des frechverlags zur Verfügung, von dem ja schon einige DIY-Schätze in meinem Bücherregal stehen.

Auf über 100 Seiten hält das Buch inhaltlich, was der Titel verspricht: der Selbernäher findet jede Menge Taschen, zum nachnähen. Dabei gliedert sich das das Buch in drei große Kapitel. Zunächst werden "Handtaschen" vorgestellt, dann folgen "Beutel und große Taschen" und den Abschluss bilden "Kleine Täschchen" bevor die Rubrik "Allgemeine Anleitung" das Buch abrundet. Mit einem festen Einband und beiliegendem Schnittmusterbogen wird das Buch für 14,99 € im Handel angeboten.

Wie schon in einigen Nähanleitungsbuch gesehen, sind vor den eigentlichen Anleitungen, die jeweils eine Doppelseite füllen und mit der Angabe des Schwierigkeitsgrades versehen sind, ganzseitige Farbtafeln mit den jeweiligen Modellen abgebildet. In der ersten Rubrik kann der Näher unter zwölf Modellen wählen, die eigentlich auf der Einführungsseite bereits in gezeichneter Form dargestellt werden. Dabei irritiert den sehr aufmerksamen (Rezensions)leser etwas, dass dort nur elf Modelle gezeichnet sind und Tasche "Mia" dabei unterschlagen wurde. Bei "Beutel und große Taschen" mit zehn Modellen gibt es diese Abweichung ebenso wenig, wie bei den wenigen "Kleinen Täschchen", bei denen das vierte Modell allerdings in der Zeichnung kaum zu erkennen ist. Jeder der 25 Taschen hat einen Mädchennamen bekommen, so dass werdende Eltern mit diesem Buch nicht nur ein Nähbuch, sondern auch gleichzeitig ein Namensvorschlagsbuch in der Hand halten. Unser Tochterkind wäre demnach eine "Handtasche". :-)

Das frische Layout des Buches mit dem im Nähbereich bewährten Wechsel von fotografischen Aufnahmen und schematischen Zeichnungen kann überzeugen. Bei den Nähfakten stolpere ich als Nählaie, mit inzwischen einiger Erfahrung dennoch über Bemerkungen, wie beispielsweise der Empfehlung, Baumwollstoffe zu verwenden, da "ihre Kanten wenig ausfransen" (S. 98). Jersey oder andere dehnbare Stoffe müssen nicht versäubert werden, aber gerade bei Baumwollstoffen sehe ich die Gefahr des "ausfransens" doch deutlich, oder?! Ausserdem werden auf der Übersichtsseite zu den Einlagen zwar fünf verschiedene Sorten erläutert, aber in der Tipp-Rubrik, die das ganze Buch durchzieht, ausgerechnet auf eine andere Einlagen-Sorte verwiesen.

Beides sind Kleinigkeiten, aber wirklich negativ ist mir bei den Nähanleitungen aufgefallen, dass bei den Reißverschlusstaschen doch tatsächlich vorgeschlagen wird, dass "frau" "das Futter von Hand am Reissverschluss annähen" (S. 71) soll. Diesen Hinweis findet man nicht nur bei der kleinen Reißverschlusstasche "Charlotte" sondern auch bei der grossen "Bella". Allein die Vorstellung, dass man auf 2x 56 cm eine Handnaht zur Vollendung der Tasche braucht, stösst bei mir auf ziemliches Unverständnis. Das es anders geht, weiß eigentlich jeder Nähanfänger und bei allen gefütterten Reißverschlusstaschen, die bislang von meiner Nadel gesprungen sind, war eine solche Handnaht am Reißverschluss nie notwendig. Es bleibt für mich daher ein Buch, dass mit seiner Modellvielfalt und dem klaren Layout sehr inspirierend wirkt, aber zumindest mich bei einigen Nähanleitungsschritten nicht immer überzeugen kann. Anderseits gibt es ja auch Näher, die gerne zu Nadel und Faden greifen ... die Autorin ist übrigens mit mirid auch in der Bloggerwelt angekommen und hat mit Noch mehr tolle Taschen selbst genäht und Meine Tasche. Mein Design: Individuelle Lieblingsstücke selbst genäht sowie Tolle Geschenke selbst genäht bereits mehrere Taschennähbücher publiziert.

Verlinkt beim offenen Bücherregal von Goldkind.
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2. Hochzeitstag: Baumwollene oder Papierne Hochzeit

Anfang des Monats haben wir unseren 2. Hochzeitstag gefeiert und durch die nächste Hochzeit im Familienkreis dabei viel an unseren Tag gedacht, der so besonders war und perfekt zu uns gepasst hat. Für den Ehemann habe ich passend zur Papiernen bzw. Baumwollenen Hochzeit (da gibt es wohl regionale Unterschiede) eine Glückwunschkarte gestaltet und uns selbst ein verlängertes Wochenende mit Übernachtung in Baumwollenen Betten geschenkt. Gestickt wurde dafür Stickdateien von SUSAlabim der Serie "Love, Love, Love" (erhältlich bei Kunterbunt-Design) auf Wildseide.



Überraschenderweise haben auch dieses Jahr unsere Trauzeugen an uns gedacht und uns eine Hochzeitsuppe mit sehr nettem Text geschickt. Das Buch füllen wir natürlich weiterhin fleißig und es ist fantastisch, dass es dieses Jahr ein Bild mit Tochterkind und Kugelbauch geben konnte.


Passend zum Thema habe ich übrigens gestern entdeckt, dass es unser Ringkissen doch tatsächlich in die Sammlung einer Hochzeitsdeko-Seite des Norddeutschen Rundfunks geschafft hat. Damit grüßt man doch gerne in den Norden ... und klar ist auch, dass ich dass auch an diesem Mittwoch besonders mag, daher ab damit zu Frollein Pfau und "Mittwochs mag ich ...".

Quelle: Screenshot von hier
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Blaudruckstoffe im Supermarkt

Die regelmässigen Treffen der Dresdner Nähdamen führte am vergangenen Wochenende zu einem Workshop in der Blaudruckerei Folprecht, die ich vor einem Jahr entdeckt habe und dabei gleich an ein gemeinsames Treffen dachte. Glücklicherweise hat Mit Nadel und Faden die Organisation übernommen, so dass aus dem Plan nun endlich Realität wurde. Zu gerne wäre ich ja mit dabei gewesen, hatte aber bei der Zusammensetzung des giftigen Papps doch zu viele Bedenken, damit dem Bauchzwerg zu schaden.

Wie man in den Berichten, die in den nächsten Tagen auch auf Dresden näht verlinkt werden, nachlesen kann, wurde aber wie schon bei meinem Blaudruck-Workshop vor zwei Jahren doch nur mit Stofffarbe gestempelt. Da hätte ich doch problemlos mitfahren können. Anderseits scheine ich auch nicht so viel verpasst zu haben, denn die Stöffchen habe ich ja schon bewundert und ein Schwung Blaudruck-Knöpfe sind auch damals daraus erstanden. An etwas erinnert hat es mich aber trotzdem ...


Nach unserem Osterurlaub in Österreich wollte ich euch doch noch zeigen, dass es dort Stoffballen im Supermarkt gibt, um sich die ortstypische Tracht nähen zu können. Dazu gehören auch Blaudruckstoffe. Auch wenn wir ohnehin versuchen die Einkäufe im Supermarkt zu reduzieren, bin ich doch irgendwie schon fast froh, dass es bei uns diese Versuchung des Stoffverkaufs im Supermarkt nicht gibt oder wie findet ihr das?


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Etsy Craft Party in Dresden

Letzten Donnerstag wurde auch in Dresden zur weltweit stattfindenden Etsy Craft Party geladen und dabei hier das Thema die DIY-Mitmachidee zu 100 Jahren Volkskunst aufgegriffen. Selbstverständlich musste ich da dabei sein. Mit der Brasserie Ehrlich lockte dazu noch ein wunderbares Ambiente und jede Menge freies Bastelmaterial stand auch noch zur Verfügung. Ein wunderbarer, kreativer Abend ...



Gebastelt wurde in den unterschiedlichsten Techniken Jubiläumszahlen für's Museum, die übrigens auch noch während der Laufzeit eingereicht und hier verlinkt werden dürfen. Mit DanaMa habe ich dabei eine mir bislang unbekannte Näherin aus der eigenen Stadt kennengelernt. Am Ende des Abends waren immerhin 15 weitere Jubliäumszahlen entstanden. Könnt ihr erraten, welche davon meine (zweite) ist?



Sogar Geschenke gab es, denn einige der Anwesenden durften sich das von Etsy gesponserte, nigelnagelneue Buch Knöpfe selber machen und eine Kreativzeitschrift mit nach Hause nehmen. Wer nicht da war, hat wirklich etwas verpasst. Mich fasziniert dieses Buch nun so sehr, dass ich schnellstmöglich Häkeln lernen muss ...
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Rezensionsexemplar: Handmade Kultur

Vor kurzem gab es die Möglichkeit sich ein Heft der DIY-Zeitschrift Handmade Kultur zuschicken zu lassen, um es im eigenen Blog vorzustellen. Da ich selbst schon mehr als zehn Anleitungen auf dem zum Heft gehörigen Portal verlinkt und dort bereits seit 2011 mein eigenes Profil habe, gehöre ich eigentlich nicht mehr zu denen, die von dieser Zeitschrift überzeugt werden müssen. Das es trotzdem auch für mich ein Vorstellungsexemplar gab, hat mich um so mehr gefreut, denn momentan landet es leider nicht mehr monatlich in meinem Briefkasten, wobei mich familiäre Geburtstagsgeschenkesuchende damit sehr glücklich machen könnten. ;-) Zurück zum Heft ...


Angekommen ist bei mir die Frühlingsausgabe 2013, die passenderweise ihren Schwerpunkt im Nähbereich hatte und bereits auf dem im Lieblingsgrün gehaltenen Cover mit einem Taschen-Schnittmuster, einem Wendeponcho und einer Stoffpuppe warb. Wie bereits die anderen Hefte dieser Zeitschrift, die es in mein Bücherregal geschafft haben, präsentieren sich die Seiten nicht nur in einem sehr klarem Layout, sondern überzeugen auch in der griffigen Papierstruktur und natürlich vor allem mit dem Inhalt. Erstaunlicherweise schaffen es die Macher von Handmade Kultur dennoch das Heft mit nur wenig und dabei themenbezogener Werbung zu finanzieren. Keine seitenweisen Großanzeigen, wie man das häufiger im Zeitschriftenbereich erleben muss und dennoch ein bezahlbarer Preis von 6,90 €. Wie machen die das eigentlich?

Inhaltlich war mir bei dieser Ausgabe fast schon ein bisschen unheimlich, dass es für mich so viele regionale Bezüge gab. Da konnte man nicht nur mit Glücksmomente eine der Lieblingsbloggerinnen aus der  eigenen Stadt entdecken, sondern lernte mit Ideenklette einen DIY'ler aus Görlitz kennen, staunte über einen Papierziegel-Hersteller aus dem Erzgebirge und las von einem gebürtigen Dresdner, der unter Mohr Models in Berlin Schaufensterpuppen herstellt. Allein an diesen Themen sieht man die unglaubliche thematische Bandbreite, die Handmade Kultur abdeckt und dabei dennoch nie den roten DIY-Faden verliert.

Besonders angetan bin ich von der Vorstellung aussterbender Berufe, wie in diesem Heft des Lederpunzierers und die zahlreichen Anleitungen des Heftes, die tatsächlich zum Mitmachen anregen. Sogar ein komplettes Schnittmuster liegt jedem Heft bei. Am Ende dieser Frühlingsausgabe erwartete den Leser auch noch ein Beitrag zum plastikfreien Leben, mit dem auch wir uns ja schrittchenweise beschäftigen. Eigentlich wäre es spätestens jetzt an der Zeit ein "ja-aber" einzuschieben, was mir allerdings wirklich schwer fällt, da die Handmade Kultur'ler wohl wirklich alles richtig machen. Der einzige Nachteil, der mir einfällt, sind die relativ grossen, mehrmonatigen Zeitabstände zwischen den einzelnen Heften - aber vielleicht ist ja auch das eher ein Vorteil? Welche DIY-Zeitschriften liegen eigentlich bei euch auf dem Lesetisch

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12tel Blick Juni 2013 Vierseithof

Ganz pünktlich kann ich diesmal meinen 12tel-Blick zum Fotoprojekt von Tabea Heinicker zeigen, denn am Wochenende gab es ein Treffen mit fast allen Familien direkt auf dem Hof. Glücklicherweise haben wir gleich zwei Landschaftsarchitektinnen in der Baugemeinschaft, so dass wir unsere Freiraumgestaltung in Eigeninitiative anpacken können. Als grünen Faden arbeiten wir dabei mit der Zielrichtung eine "gepflegte Wildnis" im und um den Hof zu erschaffen. Dabei soll es beispielsweise möglichst wenig versiegelte Flächen geben und Altmaterialien wiederverwendet werden.


Bei unserem Workshop hatten sich die beiden überlegt, dass die Erwachsenengruppe zunächst faul auf der Wiese vor dem Nussbaum sitzen bleibt und die Kinder eine Exkursion über das Gelände quer durch die meterhohen Brennnesseln vornimmt. Das Tochterkind wurde Brennnesseldicht verpackt und hatte großen Spaß dabei. Dabei wurde eine Liste erstellt, was sich die Kinder wünschen. Unser Mädchen möchte eine Schaukel, andere ein Baumhaus oder einen Fußballplatz.


Während die Kinder anschließend ihre Wünsche noch aufmalten - in der Mitte sieht man deutlich den Hof und den Nussbaum - ging es danach mit den Erwachsenen weiter, bei denen klar wurde, dass 15 Familien durchaus unterschiedliche Meinungen haben können. Während die einen von Weidenzäunen und Natursteinmauern träumen, gibt es bei anderen Begeisterung für hydraulische Doppelstockcarports und mobile Hecken.


Gemeinschaftlich begeistern konnten wir uns dann aber wieder für den Brunnen auf dem Grundstück, denn der ist 19 Meter tief und hat einen Wasserstand von 2,50 m. Abgerundet wurde der Tag mit einem gemeinsamen Picknick. Insgesamt hat uns der Tag hoffentlich genügend Motivation für die zahlreichen Themen gegeben, die abgearbeitet werden müssen, denn die Liste der Fachplaner ist so lang, dass man sich eigentlich ganztägig nur mit diesem Themen beschäftigen müsste ...
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Stoffwindel-Theorie: Besuch bei der Windelmanufaktur

Nun sind es tatsächlich nur noch wenige Wochen, bis wir in unser Familienleben zu viert starten und das Tochterkind zur großen Schwester wird. Schon bei ihr war ich eigentlich höchst motiviert mit Stoffwindeln zu wickeln, um nicht dazu beizutragen, die Müllberge weiter anwachsen zu lassen. Schuld daran, dass ich es Anfang 2010 dann doch gelassen habe, war der von mir sonst sehr geschätzte Ranga Yogeshwar, der wenige Wochen vor der Geburt unserer Tochter in der Serie "Die Welt in kleinen Schritten retten" mein Stoffwindelbild zerstörte. Die Folge zur Ökobilanz der Stoffwindel ist heute noch abrufbar.


Damals war tatsächlich meine Motivation dahin, wobei ich dennoch in der Zwischenzeit immer wieder - ein bisschen bewundernd - beobachten konnte, wie einige im Freundeskreis sich dafür entschieden und auch dabei geblieben sind. Selbst in Bloggerkreisen, wie hier und hier bei 19nullsieben konnte man Erfolgsgeschichten mitverfolgen. Inzwischen habe ich selbst zu dieser Ausstrahlung eine andere Einstellung und könnte jede Menge Gegenargumente liefern. Unabhängig davon wird bei uns der tatsächlich schwierige Punkt wohl die notwendige Wäsche, die bei uns (noch) deutlich öfter der Mann übernimmt als ich.

Auch dabei finde ich nun allerdings die Stelle der Stoffwindelbänderentfaltung (ab 28:12 im Video) fast schon belustigend, denn inzwischen weiß ich nur zu gut, dass diese Knoterei überhaupt nicht sein muss und es Stoffwindelsysteme gibt, die genauso praktisch wie Wegwerfwindeln zu handhaben sind. Selbst die Komplettwascherei der gesamten Windelschichten ist dabei nicht notwendig. Sehr sympathisch ist mir, dass sich nun ausgerechnet in meiner Stadt eine Näherin mit einem eigenen Stoffwindelsystem unter dem Label Windelmanufaktur selbstständig gemacht hat. Zum Stadtteilfest der Bunten Republik Neustadt hatte sie letztes Wochenende einen Stand und so konnte Mann und Tochterkind zur Vor-Ort-Besichtigung überredet werden.


Mich begeistern diese Windeln, wobei natürlich ein Praxistest zeigen könnte, wie gut wir damit zurecht kommen und wir wahrscheinlich dabei auch nicht zu dogmatisch vorgehen werden. In den letzten Monaten hatte ich zwar darüber nachgedacht, dass man auch komplett selbst nähen könnte, um die Vierseithoffamilienkasse zu entlasten und dazu sogar einen passenden Blog entdeckt, aber andererseits ist es natürlich auch nicht zu verachten, wenn es bereits jemanden gibt, der bereits so viele Prototypen realisiert hat, dass nun tatsächlich eine gut funktionierende Windel dabei herausgekommen ist. Die PUL-Hürde möchte ich zwar trotzdem noch selbst nehmen, aber einen ich-nähe-alle-Windeln-selbst-Plan wird es wohl nicht geben.


Der Ehemann ist im Prinzip nicht abgeneigt von der Stoffwindelei, war aber über die - wie ich finde großartige - Farbigkeit der Außenwindeln überrascht. Auch wenn diese eigentlich laut Windelmanufaktur-Gründerin nur recht selten gewaschen werden müssen, denkt der Mann praktisch und darüber nach, wie es möglichst hygienisch geht, wenn das große Geschäft dann eben doch mal Außenwindelkontakt hatte. Seiner Meinung nach sollte es dann gleich eine Kochwäsche bei 90° Grad und Hygienespüler sein. Mal schauen, was die Stoffwind'ler dazu sagen. Welches System verwendet ihr denn und wie häufig wird dabei gekocht?
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Stoffdesign: Picknickwiese für die Stoffparade

Auf meinem Creadienstagstisch liegt heute nur ein virtuelles Stöffchen, denn in einem spontanen, nächtlichen das-muss-ich-auch-mal-ausprobieren-Anfall habe auch ich mich mal am Stoffdesign ausprobiert.

Da für selbst-zeichnen und anschließender Weiterbearbeitung die Zeit fehlte, habe ich als Grundlage eine Detailaufnahme meines damals ebenfalls eher überraschend entstandenen Sprungfadendesigns genommen und dieses Bild in gimp weiterbearbeitet. Nach dieser Anleitung und mit Hilfe von Versatz und Nahtlos-Filtern ist die Stoffdesign-Erstellung viel einfacher als gedacht. Die Stoffschmiede bietet zur weiteren Bearbeitung sogar ein Tool zur Stoff-Design-Erstellung. Eine unglaublich verlockende Spielwiese.


Auch mein Entwurf, der eher ein Erwachsenenstöffchen wäre und zwischen Sofadecke und Picknickwiesenoberfläche schwankt, hat damit eine Struktur bekommen, die mir gefällt.



Daher ist mein Fadendesign nun auch zum Stoffwettbewerb von Stoffkontor und Stoff-Schmiede gewandet. Ein Gewinnerstöffchen ist es sicherlich noch nicht, aber wie immer bei diesen Wettbewerben freue ich mich natürlich über den einen oder anderen Klick. Das Voting läuft bis zum 21. Juni 2013, 8:00 Uhr. Stoff-Schmieden-Nutzer können hier abstimmen und Facebooknutzer da.




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Längsgeteilt: Marine feeling beige und hellblau

Ungewöhnlich lange habe ich diesmal gebraucht, um wirklich alle feinen Stöffchen, die es für mich als Probenäherin von Blaubeerstern gab, unter der Nadel in Designbeispiele zu verwandeln. Ich hoffe, dass ich ihre Geduld dabei nicht überstrapaziert habe.

Während der dunkelblaue Marine Feeling Jersey hier und hier recht schnell verarbeitet war, gab es von der beigen und hellblauen Variante nur so homöopathische Mengen, dass ich mich eigentlich schon Ende April beim Nähbloggertreffen bei Frau Atze für einen zweiten Versuch des Längsgeteilt-Shirts entschieden hatte. Am Anfang der Näherei war diese Schnittvariante von Farbenmix sogar mal in der Ecke gelandet, aber inzwischen scheine ich gelernt zu haben. Ergänzt wurden die beiden Stöffchen mit rotem Sternenjersey, der in Leipzig erbeutet werden konnte.



Verbesserungswürdig bleibt es trotzdem, denn Webband und Jersey sind keine perfekte Kombination, wie ich mir eigentlich schon von der Dehnbarkeit hätte denken können. Auch der Saum macht einen ungewollten (maritimen) Wellenschlag, der aber eher der Absteckfaulheit geschuldet ist. Wie macht ihr das denn? Messt ihr bei Jersey den Saum immer brav ab? Dafür sitzen die Arme da, wo sie hingehören und auch der Jerseyversäuberung am Hals ist akzeptabel. Außerdem gefällt's dem Kind und das ist ja das wichtigste ...



Daher nun ab damit zu my kid wears von Frau Rohmilch und den Meitlisachen ...
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Löbtauer Wochenmarkt

Nachdem die Vorbereitung des Löbtauer Wochenmarktes hier im Blog begleitet wurde und einige meiner Leser damals die Petition dafür unterschrieben haben, soll er nun hier auch mal gezeigt werden. Die Generalprobe fand am 30. Mai zwar im Regen statt und eine Woche später wurden Sandsäcke geschleppt statt Gemüse verkauft, aber gestern gab es nun den zweiten Markt bei bestem Wetter. Da die witzigen Deko-Großbuchstaben diesmal fehlten, gibt es aber doch die Bilder vom allerersten Markt.


Auf der Seite der Organisatoren kann man sogar ein Video vom ersten Markttag anschauen. Noch ist der Markt sehr überschaubar, wie ich Ende Mai zusammen mit Mehr Sonntag feststellen konnte, aber es scheint voran zu gehen, denn diesmal war sogar ein Stand vom Hof Mahlitzsch vertreten. Den nicht so-oft-Markt-Einkäufern aus dem Freundeskreis, die meinten, dass er ja bislang so sehr klein wäre, erkläre ich nun immer geduldig, dass die Händler sicherlich nur kommen und bleiben, wenn dort auch gekauft wird. Mein fester Wochentermin steht jedenfalls und ich bin dankbar, dass die Organisatoren es wirklich geschafft haben.
 

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Bestickte Hochzeitskarte

Nach langer Zeit ist mal wieder eine bestickte Karte unter der Nadel vorgehüpft, die passend zum Blumenmädchenkleid gestaltet wurde. Das Hochzeitspaar wird nach einigen Hin- und Herumzügen sowie Wurzeln in jeweils verschiedenen Städten, nun in Hannover sesshaft. Auch ein Haus wird gebaut. Dabei gibt es die Auflage, dass alle Bäume, die weichen müssen, auch wieder anzupflanzen sind - und das sind in diesem Fall gleich 15! Da mir die Idee ein Stück Baum zu schenken ohnehin gut gefallen hat, gab es auch von uns Baum-Euronen. 



Gestickt wurde der Baum von Mäde! by Kasia auf reiner Wildseide, die ursprünglich für das Tochterkindkleid bei der eigenen Hochzeit erworben wurde. Der Applikationsstoff ist von der Kreativwerkstatt. Auf den aufwendigen Rollsaum habe ich diesmal verzichtet und auch das Stickvlies wurde nicht entfernt - so hat knittert nichts und der Stoff hat auch genügend Stand.
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Stoff-Frisbee

Der bereits hier gezeigte Stoff-Frisbee zum Männertag war eigentlich schon das zweite Exemplar, dass von der Nadel gehüpft ist. Wenige Tage zuvor entstand - natürlich ebenfalls nach dem Tutorial "Easy Peasy Frisbee" von Sewbeedoo - ein oranges Stoff-fliege-Ding, dass als Geschenk zur Schwägerin wanderte.



Dank dem richtigen Kreisschneider ging es wieder ganz flott. Vernäht wurden zwei Stöffchen aus dem Stoffgebirge, die beide irgendwann als Geschenke zu mir gewandert sind. Der retro-IKEA-Stoff mit seinem Monstera-Blatt passt zu den Beschenkten geradezu perfekt, da sich beide für Pflanzen in großer Zahl begeistern können. Damit ist nun auch die zu dünne Bleikordel aus dem örtlichen Gardinenladen aufgebraucht und ich kann nun überlegen, ob ich mir nicht gleich eine dickere Variante kaufe oder weiterhin doppelt lege ... nur über die richtige Stärke bin ich immer noch unschlüssig.
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Aktion: Ein Jahr - eine Decke (Teil 3)

Bereits Ende Mai wäre es eigentlich Zeit für den nächsten Jahresdeckenzwischenstand gewesen und nun sind wir schon weit in den Juni gerutscht, bevor ich Bericht erstatten kann. Dafür war ich in der Deckentheorie nicht untätig, denn bevor es nun wirklich so richtig losgehen sollte, habe ich mich doch nochmal mit dem wie-soll-es-werden-Plan beschäftigt.

Dank dem Gutschein, der meine ehrenamtliche Unterstützung der Bretagne-Fahrt einer Dresdner Schule versüßt, konnte ich das DIY-Buchregal gleich mit drei neuen Buchschätzen auffüllen: Das Mama-Nähbuch, Richtig nähen mit Overlock- und Coverlock-Maschinen und Die Grundlagen des Patchworks: 12 Quiltprojekte in frischen Farben, mit dem ich nun wirklich beim Thema Patchwork angekommen bin.

Bislang hat mich dieses Stoffreste-zusammensetzen ja wenig begeistern können, wobei ich bei 19nullsieben immer schon gestaunt habe, was da - ganz frisch aussehend - möglich ist. Ein Projekt aus dem Buch wird es nun dennoch nicht werden und auch die Log Cabin Variante kommt nicht zu Einsatz. Überzeugt hat mich die Tiny Ticker Tape Variante von Ellison Lane, die ich über Sew, Mama, Sew gefunden habe.



Dazu brauche ich allerdings von Anfang an alle drei Schichten in der richtigen Größe. Die Hochzeit hat eine Polyesterdecke in mein Stoffgebirge gespült und als einer der wenigen Stoff, von dem ich noch so richtig viel im Vorratslager habe, wartet das Fundstück aus dem Haus der Uroma einer Freundin noch auf seinen Einsatz. Beide stapeln sich nun auf meinem Creadienstagstisch. Aber - eignet sich denn eine Polyesterdecke überhaupt als Zwischenschicht oder sollte es doch das natürlichere, aber kostenintensive Baumwollvlies sein?
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Blumenmädchenkleid: Elodie

Ursprünglich für das Sommermädchen sew along-Finale geplant, ist mein Blumenmädchenkleid, wie auf Instagram in Echtzeit verfolgt werden konnte, nun doch erst kurz vor der Hochzeit fertig geworden. Am Ende wurde es ungewollt noch richtig spannend, denn das passend zum Piqué-Stoff erworbene über 3 m lange Paspelband war doch tatsächlich zu kurz! Wer rechnet denn mit sooo ein langer Saumlänge?

Zwischen der Kofferpackerei ging es daher nochmal zu Bogner-Stoffe, um dort festzustellen, dass es zwei verschiedene Rottöne im Angebot gab und ich mir nicht mehr sicher war, welches es sein sollte. Kurz vor der Abfahrt war Elodie dann aber doch (fast) fertig und nur die Brautkleidblumen und ein paar letzte Handstiche fehlten.


Genäht wurde zwar der Farbenmix-Schnitt Elodie, aber als Anleitung eine Mischung aus den Elodie-Tutorials von Pia-Gioia und Leni-on-the-blog umgesetzt. So ist meine Elodie-Variante nun ohne Reißverschluss, was prima funktioniert. Vernäht wurde ein grün-roter-Baumwoll-Herzchenstoff aus der Kreativwerkstatt und ein Piqué-Stoff von Bogner, der ebenfalls nur aus Baumwolle besteht, aber durch die Webart dehnbar ist. Hinzu kamen grünes Samtband und rotes Paspelband ebenfalls von Bogner.


In letzter Minuten wurden dann noch die Lace-Stickblumen der Hochzeitkleidnäherin Bianca Bast aufgebracht und das Blumenmädchenkleid war fertig. Am Kind überzeugt Elodie auch und inzwischen weiß das Tochterkind auch sehr genau, wie das mit dem Rockschwingen funktioniert. Das Blumenstreuen hat ihr richtig viel Spaß gemacht und sie hat sich inzwischen schon erkundigt, bei wem sie denn als nächstes Blumenmädchen sein darf. Ein paar Unverheiratete hat der Familienkreis ja noch zu bieten ...





Da das Tochterkind ihr Kleid natürlich heute auch noch den Großeltern vorführen möchte, kann meine Elodie-Variante das erste Mal zu my-kid-wears von Frau Rohmilch wandern und auch bei den Meitlisachen passt es perfekt.
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Elbeflut: Sandsacknäher und -material gesucht

Elbeflut, die Zweite in den ersten 13 Jahren dieses Jahrhunderts. Im Gegensatz zu 2002 als Krisenmanagement und Koordination der Freiwilligen recht chaotisch waren, sieht man in diesem Jahr, dass sich zumindest in Dresden im Hochwasserschutz viel getan hat. Ohne die Dramatik der gefluteten Privathäuser herunterzuspielen, finde ich es erstaunlich, wie die Technik es schafft den deutlich tiefer gelegenen Altstadtbereich vor den Wassermassen zu schützen. Flutschutzwände, die  es schaffen, Wassermassen zu stoppen, deren Druck, der einer Talsperre bei weitem übersteigen - das ist schon beeindruckend. Die Elbe rauf und runter sieht es da deutlich kritischer aus und auch die evakuierten Stadtteile in Dresden sind von diesem kostenintensiven Hochwasserschutz ausgeschlossen.


Um so großartiger finde ich es, dass - wie hier schon berichtet -  die Näherin des Dresdner Labels Kronesser eine Sandsacknähaktion gestartet hat, bei der an den letzten zwei Abenden schon 1500 Säcke genäht wurden.


Bislang dachte ich ja, dass man für die Stabilität der Säcke unbedingt Jute bräuchte, aber es geht wohl auch so. Zumindest im Handel gibt es wohl ausschliesslich die Plastik-Variante, mit dem Vorteil der Wiederverwendbarkeit und die Jute-Variante, die auf den Deichen liegen bleiben kann, weil alle Matrialien verroten. Allerdings ist das Naturmaterial wohl inzwischen so hoch Pestizid belastet, dass Helfer und Näher davon immer häufiger gesundheitliche Probleme bekommen. Bei Nadine Kronesser wird jedenfalls Baumwolle und Leinen vernäht, aber das Material geht langsam zur Neige:

"Sandsäcke nähen...So lange wir gebraucht werden nähen wir heute noch kräftig weiter. Bis her haben wir 1500 geschafft!!!!..Unser Material neigt sich jedoch dem Ende entgegen....Wer von euch hat noch Baumwolle oder Leinen? Bettbezüge, Laken, Tischdecken, Handtücher...Bringt alles vorbei was ihr findet...Und bringt es zur Zwickauer Str 148--->0176/47754469 Bitte anrufen...auf Nachrichten antworten dauert zu lange!!!"


Daher nutze ich nun gerne meinen Blog, um diese Nachricht weiterzuleiten, damit die Maschinen wieder surren können, wenn sich die Nacht über den mit sechs Metern mehr als normal so erstaunlich breiten Fluss senkt ...

Edit: Inzwischen wurde verkündet, dass ein "unerschöpfliches Lager" entdeckt sei - also die beste Nachricht, die es geben kann.


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